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Fehmarnbelt Business Council
c/o Industrie- und Handelskammer
zu Lübeck
Fackenburger Allee 2
23554 Lübeck
FBBC Manager: Katrin Olenik
olenik@fbbc.eu
Tel.: +49 451 6006 230
Fax: +49 451 6006 4230
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Fehmarnbelt Index

Fakten statt Meinungen:
Die regionale Integration entlang der Fehmarnbelt-Achse

Die Zusammenarbeit entlang der Fehmarnbelt-Achse - d.h. zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresund-Region - hat eine lange Tradition. Bereits 1863 hatte die dänische Regierung Pläne für die kürzeste Verkehrsverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen erarbeitet, die 100 Jahre später durch den Bau der Fehmarnsund-Brücke aufgegriffen wurden.

Im Jahr 2000 wurde in Verlängerung der s.g. Vogelfluglinie erstmals eine feste Landverbindung zwischen Dänemark und Schweden, die Öresund-Verbindung, in Betrieb genommen. Sie hat zu einer starken sozialen und wirtschaftlichen Integration des Großraums Kopenhagen, der drittgrößten schwedischen Stadt Malmö und dem Wissenschaftszentrum Lund beigetragen.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen hat die dänische Regierung im Jahr 2008 die Initiative ergriffen und die Unterzeichnung eines Staatsvertrages zwischen dem Königreich Dänemark und der Bundesrepublik Deutschland zum Bau einer festen Querung des Fehmarnbelts angeregt. Dieser Staatsvertrag wurde im Jahr 2009 ratifiziert.

Die feste Querung des Fehmarnbelts wird demnach durch einen 18 Kilometer langen Tunnel zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn realisiert. Der Tunnel umfasst eine zweigleisige, elektrifizierte Bahntrasse sowie eine vierspurige Autobahn. Hierdurch wird - nach aktueller Planung ab 2028 - die 45-minütige Fährüberfahrt durch eine zehnminütige Autofahrt bzw. siebenminütige Bahnfahrt ersetzbar.

Die feste Fehmarnbelt-Querung in einer „postfaktischen Zeit“

Das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) begleitet das Projekt seit Anbeginn. Das Ziel des FBBC ist es die sich aus der neuen Infrastruktur ergebenden Chancen zu nutzen und etwaige regionale Schwächen frühzeitig zu identifizieren und abzubauen. So kann die weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Integration entlang der Fehmarnbelt-Achse gelingen.

Damit das FBBC seinem Ziel gerecht werden kann, ist es notwendig die Handlungsfelder für eine weitere Integration der Region zu benennen und durch entsprechende Projekte zu begleiten. Dazu kommt es weniger auf Meinungen zu den Vor- und Nachteilen der festen Fehmarnbelt-Querung, zu den Chancen der regionalen Entwicklung oder zu den bisherigen Ergebnissen der deutsch-dänischen Zusammenarbeit an, sondern auf Fakten.

Das FBBC hat sich 2017 dazu entschlossen die bisherigen Effekte der Integration entlang der Fehmarnbelt-Achse zu messen. Damit soll die Frage beantwortet werden, ob die Region integriert ist. Als Messinstrument wurde dafür der „Fehmarnbelt Index“ (kurz: FBx) entwickelt. Der FBx misst den Grad der Integration - nicht mehr und nicht weniger.

Mittelfristig soll der FBx durch das FBBC Business Panel ergänzt werden. Dieses wird auf der Basis der FBx Ergebnisse die Gründe für die hohe / niedrige Integration identifizieren. Wenn Effekte und Gründe bekannt sind, können faktenbasierte, zielgerichtete Aktivitäten zur weiteren Integration der Fehmarnbelt-Region geplant und umgesetzt werden. Das FBBC baut damit bewusst nicht auf Meinungen, Gefühle oder Einschätzungen, sondern auf Fakten.

Der Fehmarnbelt Index (FBx)

Zur objektiven Beantwortung der Frage wie integriert die Region entlang der Fehmarnbelt-Achse ist, legt das FBBC Wert auf einen umfassenden Begriff von Integration. Es geht nicht nur um die wirtschaftliche, sondern auch die wissenschaftliche, die gesellschaftliche oder die verkehrliche Integration. Entsprechend misst der FBx die Integration in fünf Bereichen:

  • die Integration des Arbeitsmarktes,
  • die wirtschaftliche Integration,
  • die wissenschaftliche Integration,
  • die kulturelle Integration und
  • die verkehrliche Integration.

Der FBx besteht damit aus fünf gleichgewichteten Teilindices und ist vom grundsätzlichen Aufbau - nicht jedoch inhaltlich - vergleichbar mit dem Öresund Integrationsindex. Letzterer hat über einen Zeitraum von 15 Jahren die Entwicklung der Integration in der Öresund-Region gemessen. Jeder der fünf FBx Teilindices besteht aus bis zu sieben Basisindices, so dass eine breite Datenbasis in die Berechnung einfließt.

Die Analyse eines Index ist dann sinnvoll, wenn die Entwicklung über einen längeren Zeitraum betrachtet wird. Im Fall des FBx besteht durch die frühzeitige Entwicklung des Index die Möglichkeit das Zusammenwachsen der Fehmarnbelt-Region vor und nach Fertigstellung der festen Querung zu messen. Im Gegensatz dazu setzte die Messung der Integration in der Öresund-Region erst mit Inbetriebnahme der festen Querung ein und erlaubt damit keine „vorher/nachher“-Betrachtung. Als Ausgangsjahr für den FBx wurde bewusst das Jahr 2007 gewählt, da es den Zeitpunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 einschließt.

Im Zusammenhang mit der festen Querung über den Fehmarnbelt wird oftmals von der „Fehmarnbelt-Region“, der „Fehmarnbelt-Achse“ oder der „deutsch-dänischen Region“ gesprochen. Für die Berechnung und Darstellung des FBx ist es wichtig die Region genau zu bestimmen. Dazu wird die Region auf Basis der statistischen Regionen Hauptstadtregion und Seeland (auf dänischer Seite) sowie Hamburg, Schwerin (kreisfreie Stadt), Kreis Nordwestmecklenburg, Lübeck (kreisfreie Stadt), Kreis Herzogtum Lauenburg, Kreis Ostholstein, Kreis Segeberg und Kreis Stormarn (auf deutscher Seite) definiert.

Die Ergebnisse der fünf Teilindices werden im Verlauf des Jahres 2019 veröffentlicht. Zum Ende des Jahres 2019 wird der FBx seitens des FBBC erstmals als Gesamtindex veröffentlicht.

FBx Teilindex - Wissenschaft, Technologie & Innovation: Starke Kooperation der Metropolen Hamburg und Kopenhagen

Der Index zur wissenschaftlichen Integration in der Fehmarnbelt-Region ist einer von fünf Teilindices, die gleichgewichtet (jeweils zu 20 Prozent) in den Fehmarnbelt Index (kurz: FBx) einfließen. Der Themenbereich „Wissenschaft, Technologie und Innovation“, den dieser Teilindex abbildet, wurde neu konzipiert; er findet sich zum Beispiel bisher in der Öresund-Region nicht. Der FBx misst die regionale Integration zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresund-Region.

Der Teilindex „Wissenschaft, Technologie & Innovation“ besteht aus drei Basisindices, die die Aktivitäten im Bereich Innovation und Wissenschaftskooperation zwischen den deutschen und dänischen Teilen der Fehmarnbelt-Region wiederspiegeln. Dies umfasst …

  • die gemeinsame Anmeldung (und Eintragung) von Patenten, deren Anmelder sowohl im deutschen wie im dänischen Teilbereich der Fehmarnbelt-Region ansässig sind (dabei können weitere Patentanmelder außerhalb der Fehmarnbelt-Region beteiligt sein),
  • die gemeinsame Veröffentlichung von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, bei denen die Autoren sowohl im deutschen wie im dänischen Teilbereich der Fehmarnbelt-Region ansässig sind (dabei können weitere Autoren außerhalb der Fehmarnbelt-Region beteiligt sein),
  • die gemeinsame Durchführung von öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, wobei die beteiligten Forscher sowohl im deutschen wie im dänischen Teilbereich der Fehmarnbelt-Region ansässig sind (dabei können weitere Forscher außerhalb der Fehmarnbelt-Region beteiligt sein).

Um allgemeine Entwicklungstrends und/oder eine mögliche zyklische Beeinflussung des Teilindex auszuschließen, wird jeder der drei Basisindices um einen Vergleichsindex korrigiert. Zu diesen Vergleichsindices gehören …

  • die gemeinsame Anmeldung (und Eintragung) von Patenten, deren Anmelder sowohl in Deutschland als auch in Dänemark ansässig sind (dabei können weitere Patentanmelder außerhalb Deutschlands und Dänemarks beteiligt sein),
  • die gemeinsame Veröffentlichung von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, bei denen die Autoren sowohl in Deutschland als auch in Dänemark ansässig sind (dabei können weitere Autoren außerhalb Deutschlands und Dänemarks beteiligt sein),
  • die gemeinsame Durchführung von öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, wobei die beteiligten Forscher sowohl in Deutschland wie auch in Dänemark ansässig sind (dabei können weitere Forscher außerhalb Deutschlands und Dänemarks beteiligt sein).

Die für die Berechnung der drei Basisindices und der jeweiligen Vergleichsindices herangezogenen Daten stammen von der OECD (regionalisierte Patentdaten), dem Web of Science (Daten zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen) sowie von der Europäischen Kommission (für grenzüberschreitende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben).

Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte als Treiber der regionalen Integration

Bei der Betrachtung der drei Basisindices wird deutlich, dass die grenzüberschreitenden Patentanmeldungen gegenüber dem Basisjahr (2007 = 100) deutlich zurückgegangen sind. Dies mag den generellen Trend zu weniger Patentanmeldungen bei schnelleren Produktlebenszyklen wiederspiegeln, der jedoch durch den Vergleichsindex bereits berücksichtigt ist.

Demgegenüber liegt die Entwicklung der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekte - bei kleineren jährlichen Schwankungen - auf ungefähr dem gleichen Niveau wie im Ausgangsjahr (2016 = 94). Die Schwankungen sind dabei unter anderem auf die Ausschreibungszyklen der Europäischen Kommission („Programmperioden“) zurückzuführen, die sich dann zeitversetzt in der Zahl der durchgeführten Projekte zeigt. Bei der Analyse zeigt sich, dass die Schwerpunkte der Projektdurchführung auf deutscher Seite in der Hansestadt Hamburg und auf dänischer Seite im Großraum Kopenhagen liegen.

Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt die gemeinsame Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die bei kleineren jährlichen Schwankungen eine positive Entwicklung genommen hat. Wie bereits bei der Projektdurchführung, liegt auch der geografische Schwerpunkt (Sitz der Autoren) auf deutscher Seite in der Hansestadt Hamburg und auf dänischer Seite im Großraum Kopenhagen. Die Entwicklung der Publikationstätigkeit hebt sich in der Fehmarnbelt-Region deutlich positiv von der nationalen Entwicklung ab. Damit wird deutlich, dass der Schwerpunkt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die sich in gemeinsamen wissenschaftlichen Publikationen ausdrückt, in der Fehmarnbelt-Region liegt.

Die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation entlang der Fehmarnbelt-Achse ist im Vergleich zum Ausgangsjahr als positiv anzusehen. Der Bereich stellt somit einen „Stabilitätsanker“ der regionalen Integration in der Fehmarnbelt-Region da.

Abbildung 1: FBx Teilindex - Wissenschaft, Technologie & Innovation (Stand: März 2019)

 

Zusammenfassung zum Fehmarnbelt Integrationsindex (FBx)

Der Fehmarbelt Index (FBx) misst die Entwicklung der Integration entlang der Fehmarnbelt-Achse - von der Metropolregion Hamburg bis zur Öresund-Region. Das Basisjahr (Index = 100) ist das Jahr 2007. Der FBx besteht aus fünf Teilindizes, die die Integration in den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Verkehr messen. Jeder Teilindex geht gleichgewichtig (zu 20 Prozent) in den Gesamtindex ein.

Die fünf Teilindices bestehen aus bis zu sieben Basisindices. Die Basisindices werden zu jeweils einem Teilindex zusammengesetzt. Die Gewichte werden grundsätzlich danach berechnet, wie viele Personen / Reisen oder andere Messgrößen betroffen sind. Dadurch soll verhindert werden, dass Änderungen in "untergeordneten" Indices einen zu großen Einfluss auf den Gesamtindex haben.

Jeder Basisindex besteht aus einem Index für einen Indikator, der um einen Vergleichsindex korrigiert wird. Hierdurch soll ein allgemeiner Entwicklungstrend und/oder eine mögliche zyklische Beeinflussung ausgeschlossen werden.

FBx Teilindex Wissenschaft, Technologie und Innovation

Der Teilindex Wissenschaft, Technologie und Innovation misst die regionale Integration entlang der Fehmarnbelt-Achse durch die Berücksichtigung der gemeinsamen Patentanmeldungen, der gemeinsamen Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der gemeinsamen Durchführung von öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Die gemeinsame Veröffentlichungstätigkeit (der per Definition eine gemeinsame wissenschaftliche Arbeit vorausgegangen ist) zeigt eine hohe Dynamik, während das gemeinsame Patentgeschehen nicht als Basis einer zunehmenden regionalen Integration angesehen werden kann.